Wissenschaft macht das Leben leichter. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse können viele Krankheiten behandelt oder sogar geheilt werden. Aber es gibt auch Momente, wo Studien und Forschung Panik auslösen oder eine außergewöhnliche Sache ans Tageslicht befördert wird. Ein gutes Beispiel ist die Andrew Wakefield Studie (in der Fachzeitschrift „The Lancet“ 1998 veröffentlicht), in der ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung an Autismus und der Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln festgestellt wurde. Diese Studie löste in der Bevölkerung große Panik aus, zu Recht, denn neben „unethischen Forschungsmethoden“ wurde die Stichprobe falsch gesetzt. Daraufhin hatte „The Lancet“ im Jahr 2010 die Studie zurückgezogen, das Publikum wurde jedoch kaum darüber informiert, deshalb sind die Folgen der Veröffentlichung immer noch zu spüren. Es gibt auch weitere Beispiele, die zu Verunsicherungen führten. Wie Berichte über sprechende Mäuse im Leipziger Max Planck Institut, worin nur über das Sprach-Gen und dessen Einpflanzung in der Maus berichtet wurde. Eine Maus mit eingepflanztem Sprach-Gen kann natürlich nicht sprechen, weil das Sprach-Gebiet im Gehirn der Mäuse nicht entwickelt ist. Aktuell kursieren auch Angst-auslösende Gerüchte über die Nachteile von Kokosöl, weil diese gesättigte Fettsäuren enthalten.

Was ist hier falsch gelaufen oder wer hat Schuld? Sind wissenschaftliche Studien nicht mehr glaubwürdig? Oder wurden diese Studien nur falsch kommuniziert? Wie kann gut durchdachte Public Relations diese Probleme verhindern oder vielleicht lösen?

Kommunikation kann retten!
Wir leben in einer Ära der Informationsüberflutung. Informationen werden von unterschiedlichsten Gruppen gelesen und aufgefasst, was darauf zurückzuführen ist, dass Öffentlichkeitsarbeit viele Zielgruppen erreicht. Nur eine gute Kommunikationsstrategie und daran ausgerichtete Pressearbeit und der Einsatz sozialer Medien können die entscheidenden und sinnhaften Informationen den jeweiligen Zielgruppen genau und zuverlässig zukommen lassen. Es gibt zahlreiche Beispiele bei denen eine gute PR den Informationsfluss erleichtert hat und dadurch das Gesundheitssystem profitieren konnte, z.B. im Bereich Krebsprävention, wobei viele Leute zur frühzeitigen und regelmäßige Kontrolluntersuchung angehalten wurden. Dadurch konnten Krebsarten in der früheren Phasen diagnostiziert oder sogar geheilt werden: Die Kampagne „Dem Darmkrebs auf der Spur“ aus dem Jahr 2009, bot Informationen rund um das Thema Darmkrebs kostenlos über Infostände in Einkaufszentren großer Städte an. Außerdem wurden Text- und Hörbeiträge, Film- und Animationssequenzen und ein Fachbegriff-Lexikon rund um das Thema Darmkrebs sowie Informationen zur Tour über eine Webseite gebündelt. “Dem Darmkrebs auf der Spur” war eine sehr erfolgreiche Aktion der Roche Pharma AG in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke, den Landeskrebsgesellschaften von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sowie den Krankenkassen Barmer Ersatzkasse und Signal Iduna IKK.

Ein weiteres Beispiel ist die Öffentlichkeitsarbeit zur Ebola-Krise aus dem Jahr 2014, die viele Leben retten konnte: einerseits wurden viele Länder über die Gefahr, die vom Ebolavirus ausging, rechtzeitig informiert, andererseits erfuhr die Forschung und demzufolge die Zulassung von Impfstoffen gegen Ebola einen deutlichen Schub.

Durch professionelle und strategisch gut durchdachte Healthcare Kommunikation können Fehlinformationen und Irrtümer vermieden werden. Zielgruppenspezifisch aufbereiteter Content sorgt zudem für verständliche Aufklärung und fördert eine umfassende Meinungsbildung. Integrierte Kampagnen sind dabei entscheidend –dazu zählen digitale Strategien genauso wie die Schaffung von Touchpoints und die damit verbundene 1:1 Kommunikation.

Autorin:
Dr. Maryam Boroomandi
H+K LifeCare