Unterwegs mit zwei Prozent Akku, EDGE als Verbindungssignal und weder eine Steckdose noch ein WLAN-Signal in der Nähe — die absolute Horrorvorstellung für jeden Smartphone-Besitzer. Wer jetzt keine Powerbank zur Hand hat, ist verloren! Das Gerät, dem in Barcelona aktuell durch den Mobile World Congress eine mehrtägige Veranstaltung gewidmet wird und auf das heutzutage die meisten Menschen nicht mehr verzichten wollen, feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag.

Obwohl IBM bereits 1992 das erste Handy mit Touchscreen produzierte, das neben dem Telefonieren auch den E-Mail-Versand ermöglichte, löste das iPhone im Januar 2007 den Smartphone-Hype aus. Damals waren das neue iOS-Betriebssystem sowie die 2-Megapixel-Kamera und acht Gigabyte Speicher noch sensationell, heute warten aktuelle Geräte mit 12-Megapixel-Kamera und über 60 Gigabyte Speicher auf. Doch nicht nur die technischen Details haben sich geändert — auch die Anzahl der Nutzer. Laut der ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation stieg die Anzahl der Haushalte in Deutschland, die mindestens ein Smartphone besitzen, von 2010 bis 2015 von 13 auf 61 Prozent an. Bei der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen lag die Ausstattung mit Smartphones im Jahr 2015 sogar bei 90 Prozent. Eine Altersgrenze für die Nutzung gibt es nicht, sodass Familienchats vom Enkel bis zum Großvater keine Seltenheit sind.

Abhängig vom Multifunktionswunder
Doch was macht das Smartphone eigentlich so wichtig, dass US-Bürger laut einer Umfrage im Auftrag des Smartphone-Herstellers Motorola Mobility eher eine Woche auf ihren besten Freund als auf ihr Smartphone verzichten würden? „Mobiltelefon mit Touchscreen, zusätzlichen Funktionen wie GPS und der Möglichkeit, Apps darauf zu installieren“ — so definiert der Duden das Wundergerät und gerade diese zusätzlichen Funktionen machen den Reiz aus. E-Mails, sich über das Weltgeschehen informieren, Musik hören, Nachrichten in unzähligen Messengern verschicken, Fotos aufnehmen oder einfach mal nachsehen, was in den sozialen Medien passiert. Letztere profitieren enorm durch die starke Verbreitung von Smartphones, da einige Netzwerke wie Snapchat und musical.ly nur in mobiler Version nutzbar sind.

So hat der multifunktionale Alltagsbegleiter zu Veränderungen hinsichtlich der Internetnutzung geführt, die vermehrt mobil stattfindet. Laut GlobalWebIndex Report 2016 nennen in Deutschland zwölf Prozent das Handy als wichtigsten Online-Zugang, während der weltweite Wert bei 41 Prozent liegt. Von 2011 bis 2016 ist zudem die mobile Internetnutzung in Deutschland von 29 auf 66 Prozent angestiegen, weltweit sind sogar 79 Prozent der Bevölkerung über ihr Smartphone online. Für Unternehmen und Medien bedeutet diese Entwicklung, dass sie ihre Inhalte auch in mobilen Versionen aufbereiten müssen.

Der Smombie
Heute ist der Blick aufs Handy obligatorisch. Selbst einfach nur auf den Bus zu warten geht nicht mehr ohne als Smombie das Display des Smartphones zu fixieren. Was passiert, wenn Momente ohne Smartphone und soziale Medien fehlen, zeigt überspitzt der Roman „Der Circle“ von Dave Eggers, in dem eine Welt dargestellt wird, in der jede Tätigkeit gepostet wird und völlige Transparenz dominiert.

Zukunftsmusik
Die Entwicklung der Smartphones ist lange nicht beendet. Schon bald könnten uns die Hersteller mit faltbaren Displays überraschen. Konzepte wie Virtual und Augmented Reality erweitern die Art und Weise, wie wir unsere Welt wahrnehmen. Auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona wurden bereits Smartphones präsentiert, die durch drei hochwertige Linsen normale Kameras übertrumpfen, hochauflösende Displays mit Full HD-Standard, Fingerprintsensoren unter dem Frontglas und Infrarot-Spektrometer bieten sowie abwaschbar sind. Wenn es nach den Nutzern geht, sollen Smartphones einer Studie von YouGov und Lenovo zufolge neben wochenlanger Akkulaufzeit und einem unzerstörbaren Gehäuse auch wechselbare Module bieten, die Bügeleisen, Hammer oder Rasierer ersetzen. Unabhängig davon, welche Zukunftsprognosen sich bewahrheiten: Das Smartphones wird auch in den kommenden Jahren ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens sein und noch viele weitere Geburtstage feien. Wir sind dabei und feiern bis die Akkus leer sind!

Über die Autorin:
Clara Lamm, Junior Account Executive
Clara.Lamm@hkstrategies.com

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