Schon als das erste Pokémon Spiel vor 20 Jahren erschien, haben die kleinen Taschenmonster für Begeisterung gesorgt. Kinder verbrachten ihre Zeit am liebsten zu Hause mit dem Gameboy, sehr zum Missfallen der wohlwollenden Eltern – Kinder sollen nun mal draußen spielen, sonst bekommen sie viereckige Augen.

Seit dem Launch von Pokémon Go, dem Augmented Reality Spiel für Smartphones, fragen sich heutzutage besorgte Mütter hingegen, wo sich ihre Kinder um vier Uhr morgens herumtreiben. Die besten Pokémon tauchen eben nachts auf und das nicht zu Hause – wer ganz nach dem Motto der Kultserie der „Allerbeste sein will“, muss eben, wortwörtlich, die Extrameile gehen. Ein paar aufstrebende Smartphone-Trainer haben das etwas zu ernst genommen und sind beispielsweise auf das zehn Meter hohe Dach eines Einkaufszentrums geklettert. Andere haben bei der Pokémon-Jagd in Abwasserkanälen Leichen, anstatt der begehrten Monsterchen, entdeckt oder sich aus Versehen auf ein Militärgelände verirrt, wo gerade eine Schießübung stattfand. Aber immerhin gehen Kinder zum Spielen wieder nach draußen.

Pokémon – beliebt wie eh und je

Das Spielfieber hat jedoch vor allem auch Erwachsene erwischt, denn die Macher von Pokémon Go setzen vor allem auf Nostalgie und locken das innere Kind ihrer Kunden. Zudem ist die Kombination von Augmented Reality Spiel und einer weltweit bekannten Marke etwas komplett Neues auf dem Markt. Selbst jene, die es scheuen, sich bei Facebook anzumelden um ihre persönlichen Daten zu schützen, gewähren der Pokémon Go-App Zugang zu fast allen Inhalten auf ihrem Smartphone. Demnach hatte die kostenlose App nur 13 Stunden nach ihrem Launch in den Vereinigten Staaten Platz 1 aller Apple Apps eingenommen. Auch Twitter und Tinder wurden schnell von Pokémon Go überholt – sowieso eignet sich die App angeblich super für Dates, man kann nämlich zusammen spazieren gehen und gemeinsam Pokémon fangen – romantisch. So hat sich sogar schon ein Dating Service für Pokémon Trainer etabliert. Nutzer müssen einfach einige Fragen über sich und ihren „PokéMate“ beantworten und werden dann passenden Partnern zugewiesen.

Companies’ best friend?

Unternehmen versuchen auf verschiedene Art und Weise, Kunden mithilfe des neuen Spiels in ihre Geschäfte zu locken. Ein Burgerladen hat zum Beispiel für seinen Standort ein Pokémon Lockmodul eingesetzt, das die kleinen digitalen Taschenmonster vermehrt im eigenen Restaurant auftauchen lässt und dies auf Facebook annonciert. Um davon zu profitieren, müssen Spieler eine Reservierung im Restaurant machen und ein bestimmtes Passwort verwenden – nebenbei erhalten sie zudem noch einen Rabatt auf ihr Essen. Manch anderes Unternehmen gibt einfach Rabatte basierend auf der Pokémon Go-Teamzugehörigkeit. Andere Unternehmen lassen sich ihren Standort als PokéStop registrieren, um Kundschaft anzulocken. Eine ziemlich simple, jedoch effektive Strategie, denn diese Standorte müssen regelmäßig von Pokémon-Trainern angesteuert werden, um im Spiel weiterzukommen. Promotionen haben auch nicht unbedingt per se etwas mit dem neuen Spiel zu tun, so hat zum Beispiel eine Bäckerei in den USA zum Launch der App Pokémon-förmige Backwaren angeboten. Das Modehaus Takko hat Pokémon-Plüschfiguren und Sammelbilder versteckt und die Finder mit Einkaufsgutscheinen belohnt.

Wie können Unternehmen die App also am besten zu ihren Gunsten nutzen? Wie bereits beschrieben gibt es zahlreiche Ansätze, Kunden kurzfristig über die Pokémon Go-App auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Hype um die App abnehmen wird, sobald geringere Temperaturen herrschen und Spieler die Lust am Spiel verlieren, wenn dieses beim Erreichen höherer Levels zunehmend aufwendiger wird. Hier gilt es also, schnell zu reagieren und eventuelle Chancen zu ergreifen. Stets auf dem neuesten Stand zu sein kommt Unternehmen zu Gute, denn selbst durch die Einbindung kurzweiliger Trends in die Unternehmenskommunikation können große Reichweiten erzielt und neue Kunden gewonnen werden. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, solange die Kommunikationsaktivitäten noch in das eigene Unternehmensprofil passen.

Unsere Autorin Charlotte ist derzeit Praktikantin im Frankfurter MarComms-Team.

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