Mit der CES in Las Vegas ist das Jahr 2017 gleich mit einer wahren Fülle an neuen Technologien gestartet, die auf den zweiten Blick vielleicht gar nicht mehr so neu sind. Vernetzte Geräte, Autos oder das eigene Zuhause sind mittlerweile keine neuen Themen per se. Doch neu ist die Geschwindigkeit, mit der diese Technologien mittlerweile voranschreiten und sich auch etablieren.

War letztes Jahr auf der IFA noch der OLED-TV und sogar ein ganzer Tunnel aus OLED-Bildschirmen zu bestaunen, zeigte Samsung auf der CES (also gerade einmal 3 Monate später) den QLED-TV. Man mag sich darüber streiten, welche Technologie nun besser ist. Fakt bleibt: Fernseher werden noch schärfer, flacher und mittlerweile auch flexibel. Auch wenn das Handy zum Aufrollen dieses Jahr zumindest noch Zukunftsvision ist, werden unsere täglichen Begleiter immer leistungsfähiger. Dabei ist Leistung zwar das augenscheinliche Merkmal der Hardware, doch die richtige Revolution findet eigentlich im Gerät statt. Artificial Intelligence heißt das Zauberwort, das mittlerweile die gesamte Technologie-Branche erfasst hat. Sicherlich ist das Konzept und Prototypen wie der Supercomputer IBM Watson auch nicht neu, aber AI könnte 2017 einen wichtigen Schritt nach vorne machen. Gemeint sind Software-Lösungen oder Digital Personals Assistants (PDAs), die sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern das Leben einfacher machen. Cortana, Siri und Co sowie zahlreiche Chatbots machen den Anfang und öffnen die Tür zu einem schier unendlichen Potenzial: Effizientere Prozesse, tiefere Analysen, besserer Service. Was früher Science Fiction war, wird zur Realität.

VR und AR sind längst kein Science Fiction mehr
Ähnliches gilt auch für Augmented und Virtual Reality (AR und VR). Eigentlich ein Relikt aus den 70ern, hat sich hier seit dem letzten Jahr ein erheblicher Trend entwickelt, der sich nicht nur auf Gaming reduzieren lässt. Vielfältige Anwendungen im Bereich Wartung und Training, aber auch für den Handel — wie beispielsweise das virtuelle Anprobieren von Kleidungsstücken — oder auch der Unterhaltungsbranche (wie lange noch, bis der erste Film vollständig als VR-Erlebnis auf den Markt kommt?) zeigen die Richtung, in die sich diese Technologien entwickeln werden.

Und auch die Cloud ist nicht mehr nur ein fernes Zukunftsgespenst, sondern fester Bestandteil der Unternehmens-IT und für die meisten Unternehmen sogar bereits eine Notwendigkeit. Dabei geht es nicht mehr um die Frage, welche Cloud — private oder public — denn nun besser ist. Die meisten Unternehmen nutzen schon heute mehrere Cloud-Formen parallel zu eigenen Rechenzentren (On-Premise), was gemeinhin auch unter dem Begriff Hybrid Cloud zusammengefasst wird. Diese hybriden IT-Umgebungen werden auch 2017 ein großes Thema bleiben, denn das Management dieser komplexen Strukturen verlangt den Unternehmen einiges ab. Und trotz der vielpropagierten Vorteile der Cloud sind Sicherheitsbedenken laut einer BITKOM-Studie immer noch das größte Hindernis für die Adoption der Public Cloud: 58 Prozent der Unternehmen in Deutschland fürchten unautorisierten Zugriff auf ihr Netzwerk und 45 Prozent befürchten den Verlust von Daten.

Wie können auch B2B-Unternehmen hier mitreden?
Wie kann man als Unternehmen da noch mithalten bzw. Teil des Diskurses werden? Bei großen Messen wie der vorher genannten CES oder auch dem MWC oder der IFA stehen sicherlich die Gadgets und Anwendungen für den Endverbraucher im Vordergrund. Doch es bieten sich auch erhebliche Chancen für Unternehmen, die eher dem Bereich B2B zuzuordnen sind. Denn neue Technologien erfordern auch immer neue Ansätze, wie diese vernetzt, gemanagt, für Unternehmen einfach einsetzbar und vor allem auch gegen Bedrohungen geschützt werden können. Selbst wenn Unternehmen also nicht selbst beispielsweise an der Entwicklung von VR-Brillen beteiligt sind, ist es eine Überlegung wert, zu prüfen, wo ihre spezielle Expertise für diese Technologien gefragt ist. Dabei sollte man nicht versuchen, irgendwelchen Trends hinterherzulaufen, sondern sich auf das besinnen, was man am besten kann und so einen neuen Blickwinkel auf die Themen ermöglichen. Ein Beispiel: VR-Spiele oder andere Inhalte sind nicht nur eine Frage der notwendigen Hardware, sondern auch der Netzwerkkapazitäten, die dahinter stehen. Telekommunikationsunternehmen oder Anbieter von Netzwerkdienstleistungen können so Teil des „Hypes“ werden und davon profitieren. Und auch Software-Lösungen selbst können so ein spannender Teil der Diskussion werden: Oder wer sagt eigentlich, dass Software-Defined-Everything (SDX) nicht auch eine Form von AI ist?

Über die Autorin:
Jennifer Oborny, Senior Account Manager
Jennifer.Oborny@hkstrategies.com

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