Paulii zieht eine Bierflasche aus dem Kasten, schiebt den Deckel ab und lässt das Weißbier sachte in das Glas gluckern. Dann übergibt er das Bier an einen Besucher. Der Clou: Paulii ist ein Roboter, entwickelt vom Augsburger Automatisierungsunternehmen Kuka. Auf der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe schenkt der Roboter zur Begeisterung des Publikums unermüdlich Gerstensaft aus.

Unter dem Motto „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ thematisierte die Messe dieses Jahr vor allem die Themen der Industrie 4.0: Digitale Transformation, künstliche Intelligenz und Robotik. Einer repräsentativen Befragung des Digitalverbandes Bitkom zufolge ist bereits jede vierte Maschine in deutschen Fabriken smart und arbeitet vernetzt.

Beispielsweise arbeitet der Roboter HelMo des Schweizer Technologiekonzerns Stäubli mit seinen realen Kollegen Seite an Seite. Sein tentakelartiger Greifarm kann etwa Schraubenzieher anreichen, außerdem erledigt der Roboter monotone Arbeiten. Kommt ihm jemand zu nahe, erstarrt HelMo sofort. Schützende Roboterzellen, die aktuell in vielen Produktionshallen verbreitet sind, könnten somit künftig obsolet werden.

Auch die Technologien der Augmented und Virtual Reality sind auf der Hannover Messe allgegenwärtig. Anwender können mit den Datenbrillen zum Beispiel durch eine interaktive Fabrik laufen, sich Informationen zu Produkten einblenden lassen oder Roboter fernsteuern.

Bei einer besonderen Art des Mensch-Maschine-Duells begegnete Forpheus dem Tischtennis-Ass Dimitri Ovtcharov. Forpheus sieht zwar den Robotern aus H. G. Wells Krieg der Welten ähnlich, jagt die Messebesucher aber nicht mit Laserkanonen durch die Halle, sondern spielt Tischtennis wie ein Profi. „Er beherrscht die Schläge – Vorhand, Rückhand, kurz, lang – fast in Perfektion“, sagte Ovtcharov, derzeit Dritter der Weltrangliste im Tischtennis. „Mich packt er noch nicht. Aber einige Profis könnten ins Schwitzen kommen.“ Hinter dem scheinbar simplen Vorgang, den Tischtennisball zu treffen und zurückzuspielen, steckt geballtes Technik-Know-how. Mit mehreren Kameras analysiert Forpheus die Bewegungen seines Gegners und errechnet, wo der Tischtennisball landen wird. Dank künstlicher Intelligenz lernt Forpheus dazu und wiederholt seine Fehler nicht – für Ovtcharov wird das Duell somit immer schwieriger.

Roboter wie Forpheus, HelMo und Paulii dienen aber nicht in erster Linie dazu, das Messepublikum zu unterhalten. Sie zeigen, wie weit Robotik und künstliche Intelligenz mittlerweile vorangeschritten sind. Die Maschinen sollen vor allem als Cobots mit Menschen gemeinsam arbeiten – die Weltherrschaft der Androiden bleibt auch in Zukunft eine Hollywoodfantasie.

 

Autor:
Sebastian Poljak, Junior Account Excutive
Sebastian.Poljak@hkstrategies.com

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