Ein Besuch der IFA ist in diesem Jahr sehr smart

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin stand in diesem Jahr unter dem Motto „smart“ — alles muss vernetzt sein, selbst Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Staubsauger. Und das aus gutem Grund, denn das Geschäft mit dem vernetzten Alltag gilt als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche. Nach Angaben der Marktforscher beim GfK sind in Europa erst etwa sechs Prozent der Geräte „smart“, da gibt es also noch viel Luft nach oben. Intelligenten Haushaltsgeräten hat die IFA deshalb einen eigenen Bereich gewidmet.

Putzen mit dem Roxxter
So zeigt das Unternehmen Bosch den Saugroboter „Roxxter“, der im Gegensatz zu seinem klanghaften Namen ein zurückhaltendes Design hat und sich von Alexa herumkommandieren lässt. Beim Wäschewaschen hilft Siemens. Deren Waschmaschine Modell i-Dos dosiert das Waschmittel selbst, ein Nachfüllen ist nur alle 20 Wäschen nötig.

Kochen mit der Elfe
In der Küche ist Sprachsteuerung angesagt. Persönliche Küchenassistenten sollen per Sprachsteuerung zum Beispiel den Kühlschrankinhalt wiedergeben können. Mit dem persönlichen Küchenassistenten ist übrigens nicht etwa der Ehemann oder die Ehefrau gemeint, „My Kitchen Elf“ ist ein von Bosch und Siemens gemeinsam entwickelter Kleincomputer, der als Prototyp auf der IFA vorgestellt wurde. Der Elf kann auch Rezepte per Beamer an die Küchenwand projizieren oder über das morgige Wetter Auskunft geben.

Schlauer Chip
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (AI) waren zwei weitere Kernthemen der IFA. So bringt das chinesische Unternehmen Huawei mit dem neuen Prozessor Kirin 970 künstliche Intelligenz ins Smartphone. Richard Yu, CEO des Unternehmens, stellte in seiner Keynote vor, wie der Prozessor native AI nutzt, um die Reaktionsfähigkeit zu beschleunigen. Speziell die Bild- und Spracherkennung wird durch die Funktionsweise künstlicher neuronaler Netze unterstützt. Der Chip schafft es, bis zu 2.000 Bilder pro Minute zu erkennen. Das ist 20-mal mehr als der Hauptprozessor oder Grafikprozessor schaffen. Der neue Chip von Huawei soll fünf Mal so schnell sein wie der des iPhone 7.

Resümee eines Messetags
Mich hat besonders beeindruckt, was bereits alles möglich ist. Allerdings stelle ich auch die Notwendigkeit einiger Dinge in Frage. Den Roxxter würde ich sofort kaufen und mich über immer saubere Böden freuen. Bei der Waschmaschine mit der automatischen Waschmitteldosierung bin ich noch skeptisch. Viele Konsumenten benutzen verschiedenes Waschmittel, so dass ich dabei keinen besonderen Mehrwert für den Verbraucher sehe. Eine Elfe in der Küche kann allerdings sehr hilfreich sein und kann beim Kochen und Einkaufen sicherlich unterstützen. Smartphones mit AI können sicherlich auch den Alltag erleichtern; allerdings bleibt abzuwarten, wie gut die künstliche Intelligenz im Smartphone tatsächlich funktioniert. Ich kenne die Kommunikationsprobleme mit Siri nur zu gut und bin daher gespannt, wie Huawei das bei seinen Smartphones löst.

Man darf gespannt sein, ob Roxxter und Elfe in die Haushalte einziehen werden, ob Alexa weiter das Sagen behält und was uns das Smartphone noch bieten wird. Der vernetzte Alltag hat jedenfalls schon einen Fuß in der Tür.

Autorin:
Nicola Holtmann-Seiler, Junior Account Executive
nicola.holtmann-seiler@hkstrategies.com